Umfassende Sanierung des Ottheinrich-Gymnasiums
Nach der Sanierung der Bertha-Benz-Realschule und dem Neubau der Esther-Bejarano-Gemeinschaftsschule widmet sich die Stadt Wiesloch nun der umfassenden Sanierung der dritten städtischen Schule auf dem Wieslocher Schulcampus, dem Ottheinrich-Gymnasium. Ein klares Bekenntnis zum Schul-Bildungsstandort Wiesloch mit seinem vielfältigen Angebot. Rund 37,5 Millionen Euro werden in die Schule investiert.
Mit dieser Baumaßnahme entstehen moderne, barrierefreie und energieeffiziente Schulgebäude für unser Ottheinrich-Gymnasium.
Mit Beschlüssen in 2023, 2024 und zuletzt im September 2025 haben sich Gemeinderat und Verwaltung nach sehr intensiven Abwägungsprozessen für zwei Ersatzneubauten (A- und B-Bau) und eine umfassende energetische Sanierung des C-Baus entschieden. Die eigens dafür eingerichtete Steuerungsgruppe (bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats und Architekten der FG 5.2 Stadt Wiesloch) hatte dabei insbesondere die Kostenoptimierung im Blick, ein sehr wichtiges Thema für die finanzschwache Stadt Wiesloch, die diese 37,5 Mio. Euro in den nächsten Jahren stemmen muss.
Die Sanierung/der Neubau des Ottheinrich-Gymnasiums wird in Bauabschnitte unterteilt, um sowohl die Funktionalität des bestehenden Schulbetriebs zu gewährleisten als auch eine möglichst schnelle und kosteneffiziente Umsetzung zu ermöglichen.
Die aktuelle Gesamtbruttofläche der Schule beträgt etwa 10.000 m². Mit der neuen Planungsvariante die Verkehrs- und Erschließungsflächen reduziert, sodass mehr Flächen gezielt für Unterrichts-, Differenzierungs- und offene Lernräume genutzt werden können.
So soll es werden:
Die Planung sieht vor, zuerst den Neubau des Gebäudes A entlang der Gymnasiumstraße zu errichten, danach dann das neue Gebäude B entlang der Gerbersruhstraße. Anschließend wird das bestehenden Gebäude C saniert. Die bisherigen Verbindungsflure zwischen den Gebäuden werden abgebrochen. Der Gebäudekomplex wird barrierefrei gestaltet und in Modulbauweise errichtet.
Die geplante Nutzung der Neubauten ist wie folgt:
Gebäude A: Räume für Musik, Informatik, Kunst, Physik und Chemie
Gebäude B: Räume für Biologie, Naturwissenschaft und Technik (NWT) sowie allgemeine Klassenräume
Gebäude C: Umwandlung der bisherigen Fachräume in normale Klassenräume
Pavillon in der Mitte: Neues Zentrum der Schule, das als Begegnungsort dient
Die Kosten belaufen sich nach aktuellen Planungen auf 37,5 Mio. Euro.
Update zur Baumaßnahme (Stand Juli 2026):
In der Sitzung des Gemeinderats am 22. Juli 2026 informierte die Stadtverwaltung über den aktuellen Stand des Projekts. Nachdem der Gemeinderat bereits im September 2025 die technischen Leitplanken beschlossen hatte, wurde nun ein entscheidender Meilenstein erreicht:
Am 8. Juli 2026 erhielt die Stadt die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Regierungspräsidiums und damit die förderrechtliche Freigabe für die Ausschreibungen. Erst ab diesem Zeitpunkt konnten die europaweiten Vergabeverfahren rechtssicher gestartet werden, ohne die Förderfähigkeit des Projekts zu gefährden.
Die Ausschreibungen laufen nun entsprechend der förderrechtlichen Vorgaben an. Parallel dazu wurden bereits die Abbrucharbeiten für die ehemalige Hausmeisterwohnung und die Garagen ausgeschrieben. Ziel bleibt eine zügige Umsetzung bei möglichst geringer Beeinträchtigung des laufenden Schulbetriebs.
Fragen und Antworten zum aktuellen Sachstand
Warum beginnen die Bauarbeiten erst jetzt?
Die Stadt hat für das Projekt zwei Förderanträge gestellt – einen für die Sanierung des Bestandsgebäudes C und einen für die Ersatzneubauten A und B. Erst nachdem das Regierungspräsidium am 8. Juli 2026 die erforderliche Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt hatte, konnten die Ausschreibungen veröffentlicht werden. Eine frühere Ausschreibung hätte die Förderfähigkeit erheblich gefährden können. Der Zeitplan orientiert sich daher an den förderrechtlichen Vorgaben und nicht an einem verzögerten Projektstart.
Wie geht es jetzt weiter?
Derzeit werden die Vergabeunterlagen geprüft. Anschließend erfolgt die europaweite Ausschreibung der Neubauten A und B. Nach Eingang und Auswertung der Angebote im Oktober soll der Gemeinderat am 18. November 2026 über die Vergabe entscheiden. Im Anschluss kann der Auftrag an das ausführende Unternehmen erteilt werden.
Wann beginnen die ersten Arbeiten?
Die ersten Arbeiten beginnen Ende August 2026 mit der Herstellung der Wasserleitungen für den Bestandsbau sowie den Neubau.
Die ersten sichtbaren Arbeiten auf dem Gelände starten voraussichtlich Ende Oktober 2026 mit dem Abbruch der ehemaligen Hausmeisterwohnung und der Garagen.
Die weiteren Bauarbeiten beginnen, sobald der Vertrag mit der ausführenden Firma unterzeichnet ist. Die vorbereitenden Maßnahmen werden so organisiert, dass die Beeinträchtigungen des Schulbetriebs möglichst gering bleiben. Baustellenbereiche werden erst dann abgesperrt, wenn die beauftragte Firma ihre Arbeiten tatsächlich aufnimmt.
Wird der Schulbetrieb weiterlaufen?
Ja. Während der gesamten Bauzeit bleibt der Schulbetrieb bestehen. Sämtliche Bauabläufe werden eng mit der Schulleitung abgestimmt und so geplant, dass Unterricht und Schulalltag möglichst wenig beeinträchtigt werden. Bei der aktuellen Planung handelt es sich daher nicht um eine grundlegende Änderung des Projekts, sondern um eine Optimierung der Bauabläufe unter den besonderen Bedingungen eines laufenden Schulbetriebs.
Welche technischen Entscheidungen wurden getroffen?
Der Gemeinderat hatte bereits im September 2025 die technischen Rahmenbedingungen beschlossen. Dazu gehören:
Anschluss der Neubauten an das Fernwärmenetz
Fußbodenheizung
keine zusätzliche Wärmepumpe
keine zentrale Lüftungsanlage
keine aktive Kühlung der Klassenräume
vorsorgliche Verlegung von Leerrohren, um bei künftigen Förderprogrammen des Bundes eine Lüftungsanlage nachrüsten zu können.
Mit diesen Entscheidungen konnten Investitionskosten im sechsstelligen Bereich vermieden werden.
Wann soll das Projekt abgeschlossen sein?
Der vertraglich festgelegte Fertigstellungstermin für den Ersatzneubau einschließlich der Außenanlagen liegt beim 30. September 2029.
Bis dahin sollen die neuen Gebäude vollständig fertiggestellt und betriebsbereit sein.
Historie des Gebäudes:
Die Gebäude des Ottheinrich-Gymnasiums (OHG) wurden im Wesentlichen 1966 errichtet und in den 90er Jahren um die Räumlichkeiten der ehemaligen Dämmelwald Grundschule („D-Bau“) und einen Anbau an das A-Gebäude an der Gerbersruhstraße („N-Bau“), sowie nachfolgend um vier Containerklassenzimmer erweitert. 2008 kamen mit dem Neubau der Ganztageseinrichtung weitere Aufenthaltsräume hinzu. Aktuell verfügt das OHG über eine Nutzfläche von zirka 10.000 m² (einschließlich Verkehrsflächen und Nebenräumen; ohne Ganztages-Einrichtung).
Im Verlauf der mittlerweile über 55 Jahre alten Nutzung der Ursprungsgebäude (A-, B- und C-Bau) wurden immer wieder kleinere und mittlere Instandhaltungsarbeiten wie beispielsweise Sonnenschutz in Teilbereichen, Kunststofffenster und Dämmputze in den 1980er Jahren, Teilerneuerung der sicherheitsrelevanten Elektroinstallation ab 2009 sowie Erneuerungen von Teilen der Einrichtung (z. B. Chemieraum 1) durchgeführt. Eine umfassende Renovierung und energetische Optimierung wurde jedoch auf Grund knapper Kassen nicht angepackt.
